„Zwei Wochen der tiefen Einblicke in die Hintergründe des politischen Geschäfts“
Das Foto zeigt Christine Lambrecht im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestags mit Bundestagspraktikant Tobias Hillenbrand (links).

Der Heppenheimer Tobias Hillenbrand über sein Praktikum bei Christine Lambrecht

 

Berlin, Juni 2014 – Im Rahmen eines Praktikums im Berliner Büro von Christine Lambrecht,  Erste Parlamentarische Geschäftsführerin und Bergsträßer Bundestagsabgeordnete, hatte der Abiturient Tobias Hillenbrand die Möglichkeit, wertvolle Einblicke in die politische Arbeit des Deutschen Bundestages zu erhalten. Im folgenden dokumentieren wir seinen Praktikumsbericht:

 

 

Am Montag erschien ich morgens an der Pforte des Jakob-Kaiser-Hauses, um mein zweiwöchiges Praktikum im Büro von Christine Lambrecht anzutreten. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde wurde noch schnell der Hausausweis besorgt und die Formalitäten erledigt, dann konnte es für meinen Mitpraktikanten und mich richtig losgehen.

 

Noch am ersten Tag stand eine Führung im Bundeskanzleramt an, wo uns Architektur und Farbwahl nähergebracht wurden und wo wir die verschiedenen Sitzungsräume, die Kanzlergalerie, Skulpturen und vieles weitere besichtigen konnten. Weiterer Höhepunkt der ersten Woche war der Besuch im Finanzministerium. Hier wurden uns Audioaufnahmen von in diesen Hallen getätigten Aussagen vorgespielt, darunter der berühmte Satz Ulbrichts „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten“. Das Gespräch mit einem Abteilungsleiter des Verfassungsschutzes hatte für mich einen besonderen Reiz, da es in eine rege Diskussion über das Verhältnis von Sicherheitspolitik und Bürgerrechten mündete. Dem Mitarbeiter des Geheimdienstes war es wichtig zu betonen, dass der Verfassungsschutz sehr gut kontrolliert werde und sich nur an geltendes Recht halte. Allerdings wurde auch deutlich, dass der Schutz der Bürger vor der Spionage ausländischer Geheimdienste ebenfalls in den Aufgabenbereich des Verfassungsschutzes fällt, was vor dem Hintergrund des „NSA-Skandals“ einer der Punkte war, die lebhaft diskutiert wurden.

 

Darüber hinaus standen Büro- und Recherchearbeiten an und wir planten die kommende Woche, die aufgrund der Tatsache, dass es sich dabei um eine Sitzungswoche handelte, mit noch mehr Programmpunkten gefüllt war. Diese zweite Woche begann mit einem Gespräch mit Katharina Barley, MdB, die als Justiziarin der SPD für die rechtlichen Angelegenheiten der sozialdemokratischen Abgeordneten zuständig ist, insbesondere wenn diese Angelegenheiten einen Bezug zum Mandat haben. Den Montag rundete ich mit einem Besuch der Sendung „Hart aber Fair“ ab.

 

Bei der Arbeitsgruppe Auswärtiges berichtete ein Abgeordneter, der gerade aus Brüssel zurückgekehrt war, von seinem Gespräch mit einer Mitarbeiterin Ashtons und sprach darüber, wie man sich trotz russischer Propaganda den betroffenen Menschen in der Ostukraine als offene Gesellschaft präsentiere. Auch Abgeordnete, die über die aktuellen Situationen in Moldau und in Thailand referierten, kamen zu Wort. Kurz darauf tagte der Arbeitskreis eins, bei dem SPD-Abgeordnete aus verschiedenen Ausschüssen zusammen kamen, um mit zwei Wissenschaftlern über das Thema Drohnen zu sprechen. Einer der Wissenschaftler legte insbesondere die rechtliche Situation dar, der andere war Philosoph und beschrieb ethische Bedenken. Da dieses Thema auch ein Herzensthema von mir persönlich ist, verfolgte ich dieses Gespräch mit größtem Interesse und war froh, dass auch seitens der Wissenschaftler die US-amerikanische Drohnenpolitik sehr kritisch beäugt wurde.

 

Am folgenden Tag war im Wirtschaftsausschuss das Thema Rentenpaket sehr zentral und die zwei Lager Opposition und Regierung traten deutlich zutage. Sowohl im Rede- als auch im Abstimmungsverhalten wies der Regierungsteil die Anträge der Oppositionsparteien stets geschlossen zurück, während die Oppositionspartei, die den Antrag nicht eingebracht hatte, in den aller meisten Fällen entweder mit der anderen Oppositionspartei stimmte oder sich enthielt. Auch einen Pressetermin von Christine Lambrecht durfte ich miterleben, bei dem ebenfalls die Rentenreformen im Vordergrund standen. Mittwochs nachmittags besuchte ich dann die Regierungsbefragung. Hier musste die Staatssekretärin im Bundesumweltministerium eine beträchtliche Anzahl von Fragen zur Reaktion der Bundesregierung beantworten bezüglich der Ankündigung der großen Energiekonzerne die Endlagerung des Atommülls und den Rückbau der Kernkraftwerke an eine öffentlich-rechtliche Stiftung zu übertragen. Bei dieser Befragung haben sich die Hartnäckigkeit der Opposition und das eher unpräzise Antworten sowie das Wiederholen von bereits Gesagtem in meinem Gedächtnis festgesetzt. Ein absolutes Highlight war das Sommerfest der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion, das im Berliner Theater Wintergarten stattfand. Hier dinierte ich mit verschiedenen bekannten SPD-Politikern. Neben Christine Lambrecht waren beispielsweise auch der  Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann, Justizminister Heiko Maas und die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles zugegen. Letztere erntete für das Rentenpaket großen Beifall. Im Anschluss an das Essen wurde die Wahlarena zur Europawahl verfolgt und sogar getanzt, was mir aufgrund meiner Gesellschaft besondere Freude bereitete.

 

Die letzten beiden Tage waren primär von den Bundestagsdebatten geprägt. Donnerstags wurde über den Rückgang von Berufsausbildung zugunsten von akademischer Ausbildung beraten sowie leidenschaftlich über das Freihandelsabkommen TTIP debattiert, welches momentan verhandelt wird. Während die Oppositionsparteien den Abbruch der Gespräche forderten, machte sich die Regierung für eine Fortsetzung der Gespräche stark, wobei gerade die SPD betonte, dass es klare Grenzen geben müsse. Nachmittags durfte ich dann sogar selbst bei einem Rollenspiel im Deutschen Dom die Rolle eines Abgeordneten einnehmen und eine kleine Rede zum Thema Legalisierung von Cannabis halten.

 

Freitags wurde dann das Gesetz zur Rentenreform diskutiert und vom Bundestag verabschiedet. Auch bei den Bundestagsdebatten wurden die Lager klar deutlich und ich habe mir die Frage gestellt, wie viel Einigkeit tatsächlich in den Fraktionen herrscht. Christine Lambrecht zeigte mir nach der Abstimmung auch eine Übersicht über das Abstimmungsverhalten der SPD Fraktion, die einstimmig für das Gesetz gestimmt hatte.

 

Als Fazit kann ich sagen, dass es ganz besondere zwei Wochen der tiefen Einblicke in die Hintergründe des politischen Geschäfts war und mein Interesse für die Politik weiter gestärkt hat.

 

 

Das Foto zeigt Christine Lambrecht im Jakob-Kaiser-Haus des Deutschen Bundestags mit Bundestagspraktikant Tobias Hillenbrand (links).

Besonderheit

Termine

Dez 15 Fr

11.12.17 - 15.12.17, Berlin 

Dez 15 Fr

11:30 Uhr Willy-Brandt-Haus, Berlin 

Dez 15 Fr

17 Uhr, Einhausen 

Dez 18 Mo

11 Uhr, Hotel Felix Bensheim 

Dez 19 Di

11 Uhr, Stadthaus Mannheim 

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