Als Praktikant in Berlin
Das Foto zeigt Gabriel Nyč und Christine Lambrecht auf dem Balkon des Paul-Löbe-Hauses. Im Hintergrund das Reichstagsgebäude.

von Gabriel Nyč / Bensheim

Die Erfahrungen eines Praktikanten im Berliner Büro der Bergsträßer Bundestagsabgeordneten Christine Lambrecht (SPD) sind zahlreich. Eines ist jedoch besonders klar geworden, die Bundestagsabgeordneten sind für die Menschen da, und nicht die Menschen für den Bundestag.

Montagmorgens um neun Uhr beginnt mein Praktikum am Paul-Löbe-Haus – Süd-Eingang – direkt am Reichstag. In Empfang werde ich von Heiko Mau, dem Büroleiter des Abgeordnetenbüros Lambrecht genommen und in den siebten Stock begleitet. Dort befinden sich mehrere Büros, auch das der Bergsträßer Abgeordneten Christine Lambrecht.

Das Paul-Löbe-Haus besticht durch eine kühle Moderne die es wohltuend vom benachbarten Reichstagsgebäude absetzt. Gemeinsam mit Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und Bundeskanzleramt bildet es das so genannte Bundesband.

Unverputzter Beton, zum Innenhof offene Gänge und viel Glas lassen das Gebäude transparent und schnörkellos Erscheinen. Da Montag der Anreisetag der Abgeordneten ist – welche ihr Wochenende in ihren Wahlkreisen verbringen – bleibt den Angestellten Zeit Büroaufgaben zu erledigen und die Woche zuplanen. Am Dienstag füllen sich die Gänge und hektisches Treiben erfüllt das Haus. Treffen der Arbeitsgemeinschaft Rechtspolitik, Sitzungen des Rechtsausschuss und des Ersten Ausschusses, Plenarsitzungen, Treffen mit Staatssekretären, der Presse und der Landesgruppe füllen den Rest der Woche. 

Ein Bundestagsabgeordneter ist von Morgens um acht bis abends um neun oder später noch im Dienst, da haben Krankheit und Müdigkeit keinen Platz. Allein ein kleines Sofa im Büro dient der kurzen Entspannung.

Allzu viel Freizeit bleibt da nicht übrig, denn wenn eine Sitzungswoche zu Ende geht, beginnt die Arbeit im Wahlkreis. Eine Abgeordnetenwoche hat sieben Arbeitstage, umso größer ist die Freude auf bevorstehende Familienurlaube.

Wo wir bei unserer Bundestagsabgeordneten wären. Obwohl sie zwei Arbeitsplätze hat – Berlin und die Bergstraße und über einen Terminkalender verfügt der eigentlich 48 Stunden für einen Tag vorsieht, findet sie immer noch Zeit für ihre Familie und ist stets gutgelaunt und hilfsbereit.

Christine (das Du war Pflicht) besticht durch einen offenen Umgang und die Gabe auch als Chef gegenüber ihren Angestellten nicht als rechthaberischer Letzt-Entscheider aufzutreten. Ihr Büro ist ein Team und es ist selbstverständlich das politische Entscheidungen diskutiert und Besprochen werden.

Von „dem Politiker“ der sich mehr mit sich selbst beschäftigt und sonst nichts tut ist keine Spur. Wenn zum Beispiel nicht gerade über die Reform der Flugsicherheit oder Verbraucherschutz bei Telefonwerbung heftig diskutiert wird, dann werden Besucher aus dem Kreis durch Reichstagsgebäude und Abgeordnetenhaus geführt.

Ersteres hat mich übrigens sehr überrascht. Die Grenze zwischen Legislative und Exekutive ist wesentlich deutlicher als ich in einem von Regierungsparteien dominierten Bundestag erwartet habe. Unstimmigkeiten zwischen SPD-Abgeordneten und SPD geführten Ministerien sind zum Glück keine Seltenheit.

Trotz gleicher Partei- und Regierungsangehörigkeit nehmen die Abgeordneten ihre Aufgabe als Kontrollinstanz der Regierung wahr und weigern sich wenn nötig Formulierungshilfen und Gesetzesvorschläge der Ministerien eins zu eins zu übernehmen.

Für mich als Praktikant hatten vor allem die abendlichen Veranstaltungen, ob mit der Landesgruppe oder der Denkfabrik ihren besonderen Reiz, da sie Gelegenheit für einen Blick hinter den Vorhang ermöglichten. Hier ginge es gelassener und weniger formell vor sich und bot Zeit für interessante Unterhaltungen.

Und nun ein letztes Wort zu Berlin. Die große Baustelle an der Spree ist wirklich sehenswert. Berlin lohnt sich schon wegen der architektonischen Vielfalt. Von Jugendstil und Historismus bis zu den klaren Strukturen der Moderne findet sich alles. Vor allem in den letzten zehn Jahren sind viele, das Stadtbild bereichernde, Neubauten hinzugekommen. Bundeskanzleramt, die Paul-Löbe-Haus, die Akademie der Künste und Potsdamer Platz sind nur ein Bruchteil des Neuen Berlins.

Das Foto zeigt Gabriel Nyč und Christine Lambrecht auf dem Balkon des Paul-Löbe-Hauses. Im Hintergrund das Reichstagsgebäude.
 

Besonderheit

Termine

Nov 24 Fr

20.11.17 - 24.11.17, Berlin 

Nov 25 Sa

10 Uhr, Frankfurt

Nov 27 Mo

27.11.17 - 01.12.17, Berlin 

Nov 29 Mi

15:00 Uhr, geschäftsführende Präsidiumssitzung, Berlin

16:00 Uhr, Vorstandssitzung der THW-Stiftung, Berlin

17:00 Uhr, Präsidiumssitzung der THW-Bundesvereinigung, Berlin

 

Dez 1 Fr

14:30 Uhr, SPD-Haus Frankfurt 

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