Christine Lambrecht

Liebe Bürgerinnen und Bürger,


die Corona-Pandemie hat unsere bisherige Art zu leben und zu arbeiten auf den Kopf gestellt. Aber es hat sich auch gezeigt: Es geht mehr, als alle dachten. Die Anwesenheit im Büro und im Betrieb ist nicht immer erforderlich. Für die Zeit nach der Pandemie können sich zwei Drittel der Beschäftigten mehrere Tage pro Woche im Homeoffice vorstellen. Mehr Zeit für Familie, weniger Stress und Stau, das ist das Motto. Mit dem von Hubertus Heil initiierten Mobile Arbeit Gesetz haben Arbeitnehmer künftig einen Rechtsanspruch auf mindestens 24 Tage Homeoffice im Jahr.


Als SPD kämpfen wir auch weiter dafür, dass keine Kinderarbeit oder modernde Formen von Sklaverei in Produkten stecken, die wir täglich kaufen – weder in Deutschland noch irgendwo sonst in Europa. Durch das Lieferkettengesetz sollen global tätige Unternehmen ihren Teil zur Wahrung der Menschenrechte beitragen. 


Mit dem Regelbedarfsermittlungsgesetz 2021 werden die Regelsätze in der Grundsicherung für Arbeitssuchende, der Sozialhilfe und dem Asylbewerberleistungsgesetz an die tatsächlichen Lebenserhaltungskosten angepasst. Besonders deutlich fällt die Anpassung bei den 14- bis 17-jährigen Kinder aus: Sie erhalten ab Anfang kommenden Jahres monatlich 39 Euro mehr. Mit einem Plus von 28 Euro fällt die Erhöhung bei den unter 6-jährigen Kindern auch deutlich aus.


Zu erwähnen sind auch die Ergebnisse der aktuellen Allbright-Studie. Danach sinkt der Anteil von Frauen in Vorständen weiter. Die Vorstände der 160 börsennotierten Unternehmen in Deutschland bleiben damit fest in Männerhand. Allerdings tragen gerade Frauen mit hoher Qualifikation und Leistung zum Unternehmenserfolg bei. Dies muss sich auch in den Führungsebenen der Unternehmen abbilden. Daher fordern Bundesfamilienministerin Franziska Giffey und ich, dass in Vorständen großer börsenorientierter Unternehmen mit mindestens drei Mitgliedern künftig eine Frau vertreten ist.


Diese Woche nährt sich zudem der rechtsextreme und antisemitische Anschlag in Halle zum ersten Mal. Wir gedenken der Opfer und stehen an der Seite der Angehörigen. Morddrohungen und Angriffen von Rechtsextremen auf Politiker, politisch und gesellschaftlich engagierte Menschen, aber auch auf Rettungskräfte gilt es mehr denn je entschieden entgegenzuwirken.


Ihre Christine Lambrecht

 

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