Klösterlichen Alltag erlebbar machen - zu Besuch im Kloster Lorsch
Christine Lambrecht und Dr. Schefers vor dem Kloster Lorsch

Bensheim, Juli 2016 – Während eines Rundgangs über das Gelände hat sich die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Christine Lambrecht über die umfassenden Renovierungs- und Umgestaltungsmaßnahmen am Kloster Lorsch informiert.

„Außer der Königshalle und einem Fragment der ehemaligen Klosterkirche ist nicht mehr viel von der ursprünglichen Klosteranlage übrig gebliebenen“, erklärte Dr. Schefers, der Leiter des seit 1991 als UNESCO Welterbe anerkannten Klosters Lorsch. Um dennoch das Kloster und mittelalterliche Kultur erlebbar zu machen, ist das Gelände in den letzten Jahren umfassend umgestaltet und zum Welterbe Areal Kloster Lorsch erweitert worden.

Um die noch in der Erde vorhandenen archäologischen Befunde nicht zu schädigen, wurden die ehemaligen Klosterumrisse mit Aufschüttungen und Abdrücken im Gras kenntlich gemacht. So kann sich der Besucher ein Bild von den einst vorhandenen Bauwerken und der imposanten Größe der Anlage machen. Hinweistafeln oder Schilder sucht man vergebens. „Auch wenn wir ständig forschen, wissen wir noch lange nicht alles. Vieles sind Hypothesen. Deswegen setzen wir auf Führungen durch gut ausgebildetes Personal, das auch die Fragen unserer anspruchsvollen Besucherinnen und Besucher beantworten kann“, erläuterte Schefers das Konzept.

Insgesamt sehen Schäfers und die Museumspädagogin Claudia Götz in der UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch vor allem eine Bildungsstätte. „Mit unseren zahlreichen Workshops und Angeboten möchten wir das klösterliche und mittelalterliche Leben unmittelbar erlebbar machen. Unsere Mitmachangebote reichen von der Vermittlung von Kräutergeheimnissen über Kerzenziehen aus Bienenwachs bis hin zu Zinn gießen“, erklärte Götz. Auch kochen nach mittelalterlichen Rezepten soll demnächst angeboten werden.

Raum hierfür bietet vor allem das 2015 auf dem Areal eröffnete experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauersham. Hierbei handelt es sich um die idealtypische Rekonstruktion eines großen frühmittelalterlichen Zentralhofes mit Wirtschafts-, Wohn und Stallbauten sowie den dazugehörigen Wiesen, Weiden und Ackerflächen.

Lambrecht zeigte sich von der Ideenvielfalt beeindruckt: „Es ist wirklich faszinierend, wie engagiert hier gearbeitet wird und welch umfangreiches Angebot es mittlerweile für die Besucherinnen und Besucher des Klosters Lorsch gibt.“

Die großflächige und umfassende Umgestaltung des Areals war möglich geworden, als das Kloster finanzielle Mittel in Höhe von 4,8 Millionen aus dem Investitionsprogramm Nationale UNESCO Welterbestätten erhalten hat. Angestoßen durch das Investitionsprogramm der Bundesregierung haben Bund, Land und Kommune in den letzten Jahren 15 Millionen Euro investiert.

Mittlerweile hat sich das Kloster dank der Umgestaltung zu einem richtigen Besuchermagneten mit steigenden Zahlen entwickelt. So gab es im Jahr 2015 rund 60.000 Besucherinnen und Besucher, das waren 50 % mehr als noch im Jahr 2010.

Der Besucherstrom ist für den Einzelhandel und die Gastronomie in Lorsch zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Nicht wenige werben mittlerweile mit dem Kloster. „Die Idee, mit dem Investitionsprogramm Nationale UNESCO Welterbestätten die Welterbestätten zu fördern und damit zugleich die umliegende Infrastruktur zu stärken, hat in Lorsch bestens funktioniert“, zeigte Lambrecht sich abschließend zufrieden.

Quelle Bild:
WK-Büro

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