Besuch beim Diakonischen Werk Bergstraße
Das Foto zeigt Karsten Krug, Irene Finger, Christine Lambrecht und Ursula Thiels

Lambrecht will sich für finanzielle Stärkung des Jugendmigrationsdienstes einsetzten  

Bensheim, August 2016 – Die Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion hat auch in diesem Jahr im Rahmen ihrer Sommertour das Diakonische Werk Bergstraße besucht. In einem ausführlichen Gespräch erläuterten die Leiterin Irene Finger und die stellvertretende Leiterin Ursula Thiels die aktuelle Situation der Diakonie. Mit dabei war auch der neu gewählte Hauptamtliche Kreisbeigeordnete Karsten Krug (SPD), der für den Bereich Soziales im Landratsamt zuständig ist.

„Ich bin mit der Entwicklung im letzten Jahr zufrieden. Mit unseren rund 95 sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konzentrieren wir uns auf unsere Hauptaufgabengebiete, wie beispielsweise die Beratungsdienste, die Wohnungslosenhilfe oder die Tafelarbeit“, erklärte Finger, die die Leitung des Diakonischen Werkes im März 2015 übernommen hat.

 Ein wichtiger Aufgabenbereich ist und bleibt die Beratung für Menschen mit psychischen Erkrankungen. „Wir beobachten schon seit einigen Jahren die steigende Anzahl von Anfragen junger Menschen mit psychischen Problemen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Sie reichen von sehr hohem schulischem Erwartungsdruck durch Eltern und Gesellschaft, bis hin zu Mobbing durch Mitschüler oder belastende Situationen im Elternhaus“, erläuterte Thiels. Mit dem Beratungsangebot „SprungSchance“ bietet die Diakonie in Rimbach eine sehr gut angenommene niedrigschwellige Anlaufstelle für junge Menschen in seelischen Krisen.

 „Nicht wirklich vorbereitet und eingestellt sind wir aber auf die Traumata, mit denen wir durch einige Flüchtlinge bei unserer Arbeit konfrontiert werden. Das Hilfs- und Beratungsangebot für diese Personengruppe, speziell für Frauen, muss dringend verbessert werden“, mahnte Thiels.

 Ausgebaut werden sollte aus Sicht der Diakonie auch das spezielle Beratungsangebot für Menschen mit Migrationshintergrund. „Im Jugendmigrationsdienst helfen wir Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 27 Jahren. Wir unterstützen bei Problemen in der Schule, helfen bei der Suche nach einem geeigneten Sprach- und Integrationskurs und unterstützen bei der Suche nach einem Schul-, Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Hier ist beispielsweise die Anerkennung ausländischer Zeugnisse ein wichtiges Thema“, erläuterte Finger.

 Das Angebot des Jugendmigrationsdienstes, das im Kreis Bergstraße vom Diakonischen Werk und dem ebenfalls diakonischen Träger Orbishöhe vorgehalten wird, richtet sich nicht nur an Flüchtlinge, sondern auch an junge Menschen, die aus anderen EU-Staaten eingewandert sind, wie aus Polen oder Bulgarien. Auch hier nehmen die Zahlen und damit der Beratungsbedarf stetig zu. Laut Diakonie wanderten im Jahr 2012 noch 735 Personen unter 27 Jahren in den Kreis Bergstraße ein. Im Jahr 2014 waren es hingegen 1068. Vor diesem Hintergrund äußerte Finger Kritik am aktuell vom Bundesfinanzminister vorgelegten Haushaltsentwurf. Dieser sieht für den Jugendmigrationsdienst eine Kürzung in Höhe von 8 Millionen Euro vor, was dem Wegfall von 70 Vollzeitstellen entsprechen würde. „Hier soll Geld am falschen Ende gespart werden“, sagte Finger. „Wenn wir junge Menschen erfolgreich in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integrieren, spart dies langfristig gesehen Kosten. Deswegen müssen die Gelder dringend aufgestockt werden. Auf Spenden können wir in diesem wichtigen Bereich nicht setzen, vielmehr brauchen wir langfristige Planungssicherheit, auch über das Jahr 2017 hinaus.“ Lambrecht sagte zu, sich in den anstehenden parlamentarischen Beratungen des Haushaltsplan dafür einzusetzen, dass die Mittel entsprechend des tatsächlichen Bedarfes aufgestockt werden.“

Abschließend dankten Lambrecht und Krug sich für das offene Gespräch und erklärten gemeinsam: „Aus dem Gespräch haben wir viele wichtige Anregungen mitgenommen. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und den Austausch mit der Diakonie.“ 

Termine

Nov 24 Fr

20.11.17 - 24.11.17, Berlin 

Nov 25 Sa

10 Uhr, Frankfurt

Nov 27 Mo

27.11.17 - 01.12.17, Berlin 

Nov 29 Mi

15:00 Uhr, geschäftsführende Präsidiumssitzung, Berlin

16:00 Uhr, Vorstandssitzung der THW-Stiftung, Berlin

17:00 Uhr, Präsidiumssitzung der THW-Bundesvereinigung, Berlin

 

Dez 1 Fr

14:30 Uhr, SPD-Haus Frankfurt 

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